Kalzium kommt im Körper in größerer Menge als jeder andere Mineralstoff vor. Ungefähr 99 % davon sind zusammen mit Phosphor in Knochen und Zähnen gebunden und sind damit lebenswichtig für deren Entstehung und ständige Erneuerung. Das Kalzium verleiht den Knochen ihre Festigkeit. Im Kindes- und Jugendalter wird besonders viel Kalzium zur Einlagerung in die wachsenden Knochen benötigt. Das restliche Kalzium hat im Körper vielfältige Aufgaben zu erfüllen, z. B. bei der Signalübermittlung zwischen den Zellen, bei der Übertragung von Nervenreizen, bei der Muskelkontraktion inklusive der Herztätigkeit und der Blutgerinnung
Personengruppen mit einem erhöhten Bedarf an Kalzium

  • Säuglinge, Kinder, Jugendliche
  • Schwangere
  • Stillende
  • Ältere Menschen – besonders Frauen

In Zeiten mangelhafter Kalziumzufuhr bedient sich der Körper aus dem im Knochengewebe gespeicherten Kalzium, um die für die anderen Funktionen wichtige Kalziumkonzentration im Blut zu gewährleisten. Wird viel Kalzium aus dem Knochen herausgelöst, nimmt die Festigkeit ab und er wird leicht brüchig. Eine kalziumreiche Ernährung in allen Altersstufen wirkt diesem Knochenschwund entgegen. Ich würde daher Kindern und Jugendlichen mit Galaktosämie eine geeignete (laktosefreie) Kalziumsubstitution empfehlen. Zumindest die Hälfte des Tagesbedarfs sollte mit einem Kalziumpräparat abgedeckt werden.
Empfohlene Kalzium Zufuhr lt. DACH 2000 (mg / Tag)

Säuglinge
0 bis unter 4 Monate – 220 mg
4 bis unter 12 Monate – 400 mg

KNOCHENDICHTE UND GALAKTOSÄMIE

Leider gibt es zu diesem Thema kaum Literatur. Für eine normale Entwicklung der Knochendichte – eine Verminderung der Knochendichte bedeutet Osteoporose – sind im Wesentlichen zwei Dinge verantwortlich. Das eine sind die Sexualsteroide, also Testosteron beim Mann und Östrogen bei der Frau, und das zweite ist eine kalziumreiche Ernährung.
Durch die milchfreie Ernährung würde man annehmen, dass bei Galaktosämie ein generelles Risiko für Osteoporose besteht. Fehlt dann noch die Östrogen-Produktion in den Eierstöcken vollständig, erwartet man eigentlich Probleme. Erstaunlicherweise gibt es darüber keine Berichte.
Man sollte eine Knochendichtemessung in die Untersuchungen zur Zeit der Pubertät mit einbeziehen, weil dies eventuell ein weiterer Baustein für die Entscheidung sein kann, ob man Hormone gibt oder nicht.
Bei Erwachsenen mit unregelmäßigen Zyklen oder abnormen Hormonbefunden wäre eine Knochendichtemessung in Hinblick auf eine Osteoporose ebenfalls empfehlenswert.